DU BIST EINZIGARTIG ... UND ... DU BIST NICHTS BESONDERS!
#COMPARINGNOTES 11 von #300
“DU BIST GROSSARTIG, DU BIST EINZIGARTIG … UND DU BIST GENUG! IMMER!”
Ich weiß gar nicht, wie oft ich das im Coaching schon aufs Flipchart geschrieben habe.
Wirklich!
… weil es meine tiefe Überzeugung ist!
Und das ist auch ein großer Anteil meines Jobs als Coach: tollen Menschen zu zeigen, wie großartig und einzigartig sie tatsächlich sind. Jenseits von all dem Mist und dem Müll, den sie gelernt haben und der ihnen ein Leben lang eingeredet wurde.
Aber da ist auch noch der andere Teil meiner Arbeit …
Ich fang’ mal so an …
Vor ein paar Wochen hat meine Mutter mich bei einem Besuch daheim dazu verdonnert, endlich mal meine alten Kisten auf dem Speicher auszumisten.
Und was finde ich da? Eine Kiste mit alten Comics. Und ganz oben auf dem Stapel lag ein „Calvin und Hobbes“-Band. Als ich ihn aufschlug, musste ich grinsen …
Calvin schwebt durch sein Zimmer, völlig unbeeindruckt von den Gesetzen der Schwerkraft.
Warum?
Weil sein Vater vergessen hat, die Schwerkraftrechnung zu bezahlen. Wie cool …


Als Kinder glauben wir, dass alles möglich ist. Nichts hält uns zurück. Die Welt folgt unseren eigenen Regeln, und nichts scheint uns zu begrenzen. In dieser grenzenlosen Kreativität liegt eine enorme Kraft. Ich glaube die größte Kraft überhaupt, die uns Menschen geschenkt wurde. Die Kraft, groß zu träumen, Ideen zu entwickeln … und … auch an unsere Einzigartigkeit zu glauben.
Und wenn wir dann älter werden und mehr Erfahrungen machen, erkennen wir nach und nach …
Unsere Welt hat Grenzen.
Sie folgt Regeln.
Da ist immer diese eine Kraft, die sich nicht verbiegen lässt.
Egal, wo wir hinschauen …
Alles
folgt
grundlegenden
Gesetzen und Regeln.
Alles.
Ich meine nicht die “menschengemachten” Regeln. Ich meine die grundlegenden Gesetze der Physik, der Biologie, der Psychologie, … die Regeln und Prinzipien des Lebens. Gesetze, die für uns alle gelten:
Fliegen folgt den Gesetzen der Schwerkraft, des Widerstands und des Auftriebs.
Malerei folgt der Farbenlehre und den Gesetzen der Komposition.
Gute Kommunikation braucht Klarheit, Kontext und Empathie.
Wirtschaftliches Handeln folgt den Regeln von Angebot und Nachfrage.
Unser menschliches Miteinander folgt den Gesetzen des Gebens und Nehmens und des Vertrauens.
Echtes Lernen braucht die Neuroplastizität unseres Gehirns, Wiederholung und die Anwendung des Wissens.
Gesundheit braucht eine gute Balance von Ernährung, Bewegung und Erholung.
Kreativität braucht Inspiration, Iteration und unterschiedliche Perspektiven.
Psychische Gesundheit folgt den Gesetzen der Achtsamkeit, sozialen Verbundenheit und Selbstfürsorge.
etc. etc. etc.
Und das Leben?
Einer meiner Helden … der amerikanische Psychologe Phil Stutz* … schreibt in seinen Büchern oft über die aus seiner Sicht vier wesentlichen Grundgesetze des Lebens.
In meinen Worten:
Das Leben ist nicht immer gerecht - Schmerz gehört dazu.
Das Leben ist nicht immer leicht - es erfordert konstante Arbeit.
Das Leben ist nicht immer planbar - es ist ungewiss.
Und das gilt auch für dich!
“Und das gilt auch für dich!” ist der springende Punkt.
Die Schwerkraft wirkt.
Immer!
Auch auf dich!
Egal, ob du sie genau verstehst.
Egal, ob du an sie glaubst.
Und … egal, ob du deine Schwerkraft-Rechnung bezahlt hast oder nicht :)
Im Grunde weißt du, dass die Welt und das Leben bestimmten Regeln und Prinzipien folgen.
Oft passen sie dir gerade nur nicht in den Kram!
Und deshalb willst du sie nicht akzeptieren.
Und genau darin liegt das Problem.
Wir wünschen uns, die Schwerkraft ausschalten zu können, wenn sie uns nicht in den Kram passt.
Wir wünschen uns Sicherheit und Planbarkeit.
Wir wollen, dass es eines Tages leichter wird.
…
Das wird aber nicht passieren.
Egal wie sehr wir uns das wünschen.
Unser Wunsch, dass wir und unsere Situation so besonders sind, dass diese Kräfte und Prinzipien eben nicht greifen für uns, ist die Ursache von allem Leid in unserem Leben.
… ganz einfach, weil wir mit diesem Wunsch immer wieder vor die Wand knallen.
Und genau an diesem Punkt komme ich ins Spiel mit dem zweiten Teil meines Jobs.
Egal, was der Kontext ist … eine meiner wichtigsten Aufgaben als Coach ist, meine Kunden dabei zu unterstützen, dass sie erkennen, welche Gesetze gerade wirken.
Meine Aufgabe ist, sie daran zu erinnern, wie die Dinge wirklich funktionieren.
Und gemeinsam mit ihnen eine wichtige Frage zu stellen. Immer und immer wieder.
Zu oft verlieren wir nämlich diese eine wichtige Frage aus den Augen:
“Wie funktioniert eigentlich …?”
In einer schnellen, dynamischen und superkomplexen Welt fragen wir ganz reflexartig: “Was mach' ich jetzt? Wie mache ich das?“
Wir suchen nach (schnellen) Lösungen.
Wir wollen Abkürzungen.
Wir wollen uns den Weg freikaufen mit dem nächsten „Sonderangebot“.
“Es” schnell reparieren.
“Es” in Ordnung bringen.
In all dieser Hektik vergessen wir die eine entscheidende Frage zu stellen:
„Wie funktioniert eigentlich …?”
Was sind die grundlegenden Mechanismen hinter … ? Welche Prinzipien wirken hier? Welche Gesetze bestimmen, was gerade passiert oder auch nicht?
Ich glaube, gutes Coaching kreiert genau das …
Ein tiefes Verständnis davon, wie ich selbst, das Miteinander, die Welt, das Leben und all diese kleinen und großen Dinge in unserem Alltag tatsächlich funktionieren.
Nur so können wir das Potenzial unserer Kreativität ausschöpfen. Nur so können wir das Beste aus unseren Möglichkeiten machen – ohne uns ständig über die Grenzen unserer Welt zu ärgern und so unseren Schwung zu verlieren.
„Wie funktioniert…?“
Diese einfache Frage verlangt Demut von uns. Sie erfordert, dass wir anerkennen, dass es da etwas Größeres gibt als uns selbst.
Es geht nicht darum, unsere Einzigartigkeit zu leugnen. Es geht darum, sie in den richtigen Kontext zu setzen. Unsere Fähigkeit zu träumen, zu lernen, zu wachsen – all das macht uns einzigartig. Keine Frage.
Aber zu erkennen, dass wir Teil eines größeren Ganzen sind, das uns Grenzen setzt, ist der Schlüssel dazu, wirklich Großes zu erschaffen.
WIR SIND EINZIGARTIG, ABER WIR SIND NICHTS BESONDERES.
Und wenn wir das verstehen.
Wenn wir erkennen und akzeptieren, wie die Welt funktioniert und uns als Teil dieser Welt begreifen – können wir anfangen, das Leben in all seiner Tiefe und Vielfalt zu erleben und mit unseren Möglichkeiten zu spielen.
Und das kann sich auch mal anfühlen, als ob wir schweben :)
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Lust auf mehr …
Ich freue mich, wenn Du #COMPARINGNOTES - regelmäßiger lesen magst!
Da ist jemand, der das lesen sollte? Na dann …
Bis bald wieder :)
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MACH DEIN DING und mach einen Unterschied
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*wenn du daheim NETFLIX hast, dann schau dir unbedingt die Dokumentation über ihn an. Der Titel ist ganz einfach “STUTZ”.
Seine Bücher - hier zwei davon auf deutsch - sind der Hammer.




