"WU WEI" - WARTEN ist EIN TUN-WORT
#COMPARINGNOTES 8 von #300
Druck? Stress? Zu viel? Viel zu viel … und …
… da ist diese EINE SUPER WICHTIGE SACHE ... die muss doch irgendwie … trotzdem … unbedingt ... jetzt … sofort.
Yep?
Das kenne ich auch sehr sehr gut … Momente, in denen ich unbedingt etwas mit aller Gewalt erreichen will - egal was … koste es, was es wolle. Weil´s wichtig ist. Weil´s muss. Mein alter Reflex, das Mittel der Wahl: mehr Arbeit, mehr Energie, mehr Fokus, mehr Willenskraft, mehr …
Und ja, das funktioniert manchmal auch ganz gut … ist aber als Standardrezept und auf Dauer superanstrengend und laugt mich aus. Das weiß ich.
Und ich weiß auch - es gibt eine andere Option.
Wenn es mir in solchen Momenten nämlich gelingt, meine Geschwindigkeit etwas zu drosseln … mich von dem, was ich erreichen will, für einen Augenblick zu lösen und zu mir zu sagen:
“WU WEI, Sonny, WU WEI!”.
“WU WEI”.
Dieser Begriff aus dem DAOISMUS heißt wörtlich übersetzt sowas wie “Nichtstun” oder “Nichthandeln”.
Seine wahre Bedeutung könnte aber nicht weiter davon entfernt sein!
“WU WEI” bedeutet keinesfalls Untätigkeit. Es geht darum, in Bewegung zu bleiben, aber nicht zwanghaft, nicht mit brutaler Gewalt. “WU WEI” ist die Kunst, im Fluss zu bleiben, geduldig zu warten, bis der richtige Augenblick gekommen ist. Und dann, genau dann, in Aktion zu treten.
“WU WEI” heißt “NICHTS ERZWINGEN”, nicht “NICHTS TUN”.
Und darin stecken vier wichtige Gedanken:
1️⃣ Wenn ich etwas erzwingen will, werde ich es nur weiter von mir wegschieben. Kraft erzeugt immer Gegenkraft. Ganz automatisch.
2️⃣ Wenn ich es erzwingen will, dann hat das wenig mit Leichtigkeit zu tun.
Es ist eher Krampf und Kampf ... meine Kreativität kommt zu kurz und ich schneide mich von meinen Optionen ab.
Ich gebe die Fähigkeit, die Möglichkeiten um mich herum zu sehen und zu nutzen, an der Garderobe ab.
3️⃣ Im Fluss zu sein heißt, der Geschwindigkeit des Lebens zu vertrauen. Nicht wider die Natur zu handeln.
”WUWEI” ist ... Nichthandeln im Sinne von Enthaltung eines gegen die Natur gerichteten Handelns (Wikipedia).
Und … es heißt auch, meiner eigenen Kraft und meiner "Weisheit" zu vertrauen. Zu vertrauen, dass es wird. Dass es erfolgreich wird, wenn die Zeit gekommen ist. Und … darauf zu vertrauen, dass ich wissen werde, wenn es so weit ist.
4️⃣ Und zuletzt - der richtige Moment! Der richtige Moment macht alles leichter. Der richtige Moment spart Energie.
Shakespeare hat mal gesagt:
"There is a tide in the affairs of men which taken at its flood leads on to fortune."
Meine Übersetzung - wenn dein Boot gerade mal auf dem Trockenen liegt ... versuch nicht, es über den Strand zu ziehen ... warte auf die Flut - sie wird dich fast von alleine zu deinem Ziel tragen.
Am Ende hat “WU WEI” für mich wenig mit Zurücklehnen zu tun. “WU WEI” ist bewusstes Warten. Heißt geduldig, wach und neugierig auf den richtigen Moment zu warten, um schließlich meine Kräfte dort einzusetzen, wo sie ihre ganze Energie entfalten können, dann wenn es leicht ist ... und zu vertrauen, dass es wird, wenn ich nur im Spiel bleibe ... und auf die Flut warte.
Warten.
Warten ist ein TUN-WORT.
Damit ich das nicht vergesse, erinnere ich mich gerne an einen meiner Lieblingsfilme - LeMans 66 mit Matt Damon und Christian Bale …
Der Film beruht auf wahren Begebenheiten und erzählt die Geschichte des 24-Stunden-Rennens von Le Mans im Jahr 1966 und dem erbitterten Wettbewerb zwischen Ford und Ferrari. Und er erzählt die Geschichte der tiefen Freundschaft des ehemaligen Rennfahrers und Autodesigners Carroll Shelby zu dem talentierten britischen Rennfahrer Ken Miles, die gemeinsam antreten, das Unmögliche zu vollbringen.
Der Film ist aber nicht nur die Geschichte zweier Freunde, eines Autorennens und zweier rivalisierender Rennsport-Teams, sondern eine Geschichte von Leidenschaft und Liebe für den Rennsport … und … eine Story vom richtigen Augenblick.
“NOCH NICHT”.
Es gibt eine Schlüsselszene am Anfang des Films, die das Prinzip des richtigen Augenblicks perfekt veranschaulicht.
Die Rennstrecke von Willow Springs. Shelby steht am Rand der Rennstrecke und beobachtet, wie Ken Miles in der Verfolgerposition nach vielen anstrengenden Runden auf Platz 2 liegt. Die Wagen nähern sich dem Ziel.
Shelby beobachtet die beiden Führenden. Noch eine letzte Kurve, bevor es auf die Zielgerade geht. Miles hängt an der Stoßstange des Führenden. In tiefer Konzentration wiederholt Shelby immer wieder: „Noch nicht, noch nicht, warte, noch nicht …“ Bis er schließlich sagt: „Jetzt!“
In diesem Moment schaltet Ken Miles, als ob er seinen Freund gehört hätte, in den nächsten Gang, dreht den Motor hoch bis in den roten Bereich, gibt Vollgas und bricht aus dem Windschatten heraus. Er überholt und gewinnt das Rennen.
Der richtige Augenblick ist so viel wichtiger als rohe Gewalt oder blinder Aktionismus.
Diese Szene ist für mich ein lebendiger Reminder, wie wichtig das Warten auf den richtigen Moment ist.
Warte, warte, warte ...
Zu oft vergessen wir genau das. Wenn wir unbedingt ein Problem lösen wollen, ein Ziel erreichen „müssen“ … und nicht weiterkommen.
Wir halten es nicht aus, zu warten. Unser Ego will machen, will die Situation kontrollieren, will alles im Griff haben.
ALSO...
ab in den Schrank mit dem Ego und warte.
Do it the “WU WEI - WAY”.
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Lust auf mehr …
Ich freue mich, wenn Du #COMPARINGNOTES - regelmäßiger lesen magst!
Da ist jemand, der das lesen sollte? Na dann …
Bis bald wieder :)
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Ha! Timely …